Irrtümer zur "gemeinsamen Obsorge"

Anfang 2013 ist das Kindschafts- und Namensrechts-Änderungsgesetz 2013 in Kraft getreten und regelt so auch die Obsorge grundlegend neu. Daraus ergibt sich auch, dass nach der Auflösung einer Ehe weiterhin beide Elternteile mit der Obsorge betraut sind.

Gründend in der politischen Meinungsbildung entstand das Gerücht, dass mit dieser gemeinsamen Obsorge nun die Väter ein im gleichen Umfang bestehendes Betreuungs- bzw. Besuchsrecht wie die Mütter haben. Dies entspricht nicht dem bestehenden Recht sondern wurde von der Presse höchst missverständlich kommuniziert. Gemeinsame Obsorge bedeutet lediglich, dass jetzt auch der zweite Elternteil ohne besondere Ermächtigung des Gerichtes oder des zweiten Elternteils Auskünfte von z.B. Schulen und Ärzten bekommt. Auch ist es für diesen Elternteil nun möglich sein Kind bei einer Schule an- oder abzumelden oder eine ärztliche Untersuchung des Kindes vornehmen zu lassen. Bislang war dies gegen den Willen des hauptsächlich betreuenden Elternteils nur über die Gerichte möglich. Allerdings würde ein nicht dem Wunsch des hauptsächlich betreuenden Elternteils entsprechendes Handeln rasche Maßnahmen des Gerichtes zu dessen Gunsten mit sich bringen. Diesbezüglich ist diese neue Regelung in der Praxis daher zahnlos, da es dem Besuchselternteil über Gerichtsverfahren auch schon bisher möglich war Handlungen des Elternteils, bei dem das Kind den hauptsächlichen Aufenthalt hat, zu verhindern bzw. zu erwirken.